Auch ein Parkhaus bietet eine User Experience. Hier ein Beispiel das völlig aus dem Ruder gelaufen ist, mit fünf Unfällen an einem Tag: http://www.spiegel.de/panorama/flughafen-koeln-bonn-autofahrer-krachen-in-neu-installierte-schranken-a-1259303.html#ref=rss
Was die Macher nicht ausreichend berücksichtigt haben, sind die Gewohnheiten der Nutzer. Die Schranke wurde nachträglich platziert, und häufige Besucher haben nicht mit ihr gerechnet.
Mein Tipp: Nehmt bei der Gestaltung der UX immer den Menschen an, wie er ist - in diesem Fall als unbewusst handelndes Gewohnheitstier - und nicht wie ihr gerne hättet dass er sein sollte - in diesem Fall jemand, der immer aufmerksam und bewusst auf die aktuelle Situation reagiert. Dogmatische Menschenbilder sind für gute UX nicht hilfreich. Und dabei müssen wir als Gestalter der UX erst mal selber reflektieren: Oft ist uns selbst gar nicht bewusst, welche unserer Annahmen über den Nutzer Menschenbild sind, also eine Zielvorstellung oder Philosophie, wie der Mensch sein sollte, und welche Annahmen tatsächlich auf Beobachtungen beruhen, wie der Mensch ist.
Hier hilft der in der Software-Entwicklung bereits etablierte agile Ansatz: Jede Änderung wird sofort mit Nutzern verprobt, um zu überprüfen, ob die Annahmen zutreffen. Nimmt der Nutzer die Lösung an? Kommt er damit zurecht? Ist er damit schneller? Führt die Änderung zum gewünschten Ergebnis?
In Fall diese Parkhauses hätte der Betreiber dem Einführungskonzept mehr Aufmerksamkeit schenken müssen. Mögliche Werkzeuge wären dabei Hinweisschilder, Ankündigungen in Medien, oder die Schranke nach der Montage erst mal eine Zeit lang offen zu lassen, um die Besucher wahrnehmen zu lassen, hier kommt was.
Samstag, 23. März 2019
Schlechte UX kann teuer werden
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